Burgen und Schlösser

Krieg und Frieden

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Im Hoch- und Spätmittelalter begann auch in der Steiermark der Ausbau von frühmittelalterlichen Siedlungen und Herrschaftssitzen zu Wehranlagen. Besonders ab dem späten 15. Jahrhundert machten Kriege innerhalb der steirischen Adeligen (Baumkircher-Fehde) sowie später Kriege mit Osmanen und Ungarn (“Kuruzen”) dies notwendig. Beredtes Zeugnis darüber sind die bis heute existierenden Burgen, Schlösser und Tabor-Anlagen in diesem umkämpften Gebiet, das damals an der Nahtstelle zwischen dem habsburgischen Einflussbereich und dem umkämpften Mittel- und Südosteuropa lagen.

Unzählige Oberflächenfunde aus dem Leben um diese Befestigung

sanlagen herum geben Zeugnis vom alltäglichen Leben, aber auch vom Kämpfen und Sterben: Tonscherben, Knochenreste, Trombonen, Armbrustbolzen, Pfeilspitzen, Spieße und einfache bäuerliche Waffen. Ein Säbel mit arabischer Aufschrift ist beredtes Zeugnis der Kämpfe zwischen dem Osmanischen Reich und den Habsburgern. Zwischen Mogersdorf und Sankt Gotthard fand eine der entscheidenden Schlachten des 4. Österreichischen Türkenkrieges 1663/64 statt. Später wurde der Säbel von einem Bauern in Risola zum Abspecken einer friedlichen Verwendung zugeführt und dort in den 1950er Jahren von Anni Gamerith gefunden.

Heute gibt die Sammlung “Burgen und Schlösser” einen hervorragenden Überblick über die in der Region noch erhaltenen oder bereits verschwundenen historischen Wehranlagen. Damit bietet sich der Tabor als idealer Ausgangspunkt mit Auto, Bus oder Fahrrad zu diesen Orten an.