Altes Handwerk

Lokale Selbstversorgung

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Schuster, Sattler, Schmiede, Lederer, Seiler, Wagner, Fassbinder und Schlosser stellten bis ins 20. Jahrhundert die regionale Versorgung mit allem Notwendigen sicher. In fast jeder Stadt und den größeren Dörfern und Märkten gab es mindestens einen Vertreter dieser Handwerkszweige.

Sie versorgten die umliegenden Bauern, aber vor allem die Fuhrwerksunternehmen. Letztere waren für den durch das Raabtal führenden Handel zwischen Ungarn und der Steiermark – vor allem Graz, die West- und Obersteiermark – wichtig. Mit der Aufhebung der Zünfte und der Gewerbeordnung von 1859 erfuhr das Handwerk eine letzte Blüte.

Mit 1873 änderte sich alles: Die Region wurde mit der Ungarischen Westbahn (heute: Steirische Ostbahn) an das internationale Eisenbahnnetz angeschlossen. Später kamen Fahrräder, der Postbus, das Motorrad und dann das Auto und Lastkraftwagen hinzu. Neue Bezugsquellen für Produktionsmittel und Absatzmärkte für die hergestellten Waren wurden damit eröffnet.

Zuerst waren Fuhrwerkunternehmen nicht mehr notwendig, auch alle Zulieferbetriebe mussten bald aufgeben. Durch die nun auch in die Region kommenden billigen, industriellen Fertigwaren konnten die meisten nicht mehr überleben. Heute befinden sich nur noch wenige kleingewerbliche Handwerker in der Südoststeiermark, die sich aber Nischenprodukten oder Reparaturen widmen.