Sonderausstellung 2012

Möglichkeiten / Abhängigkeiten. Die Südoststeiermark im Wandel

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Eisenbahn, Auto, Strom und Internet sind Symbole der Veränderungen der letzten 150 Jahre. Die Ausstellung zeigt, wie sich die Landschaft, die Wahrnehmung von Raum und Zeit sowie die Sozial- und Wirtschaftsstruktur der Südoststeiermark gewandelt haben.

Besonders spürbar war dieser Wandel in einer so stark von Landwirtschaft geprägten Region: Zuerst durch Dampf, später durch Elektrizität und Verbrennungsmotoren angetriebene Maschinen ersetzten die in die Städte abwandernde verarmte Landbevölkerung.

Die von Vielfalt geprägte Kleinstlandwirtschaft wurde von Monokulturen abgelöst. Waren in der Mitte des 19. Jahrhunderts noch fast 90 Prozent der lokalen Bevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt, so sind heute nicht einmal mehr zehn Prozent in diesem Sektor tätig. Bildung ist das wichtigste Kapital geworden. Das Pendeln in die regionalen Zentren (Feldbach, Gleisdorf, Fürstenfeld), in die nahegelegene Landeshauptstadt Graz, aber auch nach Wien gehört für viele seit geraumer Zeit zum Alltag. Mobile Kommunikation erlaubt heute nicht nur den passiven Blick in die weite Welt sondern die aktive Interaktion. Dies gibt auch der lokalen Wirtschaft einen neuen Impuls.

Doch es gibt wie immer eine Kehrseite: Sozialstrukturen haben sich zerklüftet, Familien sind kleiner geworden, die Landschaft wurde zersiedelt und zubetoniert. Die täglichen Pendelbewegungen bringen die Infrastruktur in den Tagesrandzeiten an die Grenzen der Belastbarkeit. Dörfer werden zunehmend zu Wohnsiedlungen, die kaum mehr die wichtigste Infrastruktur bereitstellen können. Skepsis gegen Neuerungen sind nicht bloß Sturheit. Viele Menschen wollen die gewohnte Umwelt auch für spätere Generationen bewahren. So ist der Widerstand gegen besonders stark in die Landschaft eingreifende Veränderungen gewachsen. Es sind sogar schon Gegenbewegungen erkennbar: Die Regulierung der Raab beispielsweise wird in gewissen Abschnitten wieder rückgebaut. Städter kehren wieder in die Orte ihrer Eltern zurück, um die höhere Lebensqualität zu genießen. Im Wein- und Thermentourismus werden die regionalen Charakteristika der Küche und der Landschaft hervorgehoben. Die Ausstellung wird vom neuen wissenschaftlichen Leiter, Dr. Wolfram Dornik, kuratiert. Er wird dabei von einem Team unterstützt: HR Dr. Rudolf Grasmug (Museum im Tabor), Univ.-Prof. Dr. Gerlind Weber (BOKU Wien), Dr. Bernd Kreuzer (Universität Linz), Dr. Johann Verhovsek (Universität Graz), Univ.-Doz. Dr. Karl Stocker (FH Joanneum Graz), Univ.-Prof. Dr. Karl Kaser (Universität Graz) und HR Dr. Gerhard Artl (Öster. Staatsarchiv).

Die Sonderausstellung 2012 wurde gefördert von:
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Weiters danken wir noch folgenden Sponsoren: Elektro Ramert, Scheipner Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH und Steiermärkische Sparkasse.